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Was ist das Problem?

Auf kaum etwas sind die Deutschen so stolz wie auf ihr Brot. Leider ändert das nichts an der Tatsache, dass laut einer WWF-Studie pro Jahr 1,7 Millionen Tonnen Backwaren im Abfall landen, zu Tierfutter oder Biogas verarbeitet werden – mehr als ein Drittel der hergestellten Menge. Das ist nicht nur im Hinblick auf die Lebensmittelknappheit in anderen Ländern erschreckend. Die Verschwendung drückt auch auf die Klimabilanz. So kommt die WWF-Studie zum Ergebnis, dass für die überschüssigen Backwaren umgerechnet 398.000 Hektar Ackerland beansprucht werden, das entspricht in etwa der Fläche von Mallorca. Auch würden unnötig rund 2,5 Millionen Tonnen an Treibhausgasen (CO2-Äquivalente) ausgestoßen.

Was ist der Ansatz von Knärzje?

In einem kleinen, unscheinbaren Backsteingebäude im Frankfurter Osten hat das Bier-Startup Knärzje seinen Sitz. Das Team um Mitgründer Daniel Anthes will am liebsten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: „Ein geiles Bier brauen, und dabei das Thema Lebensmittelverschwendung in den öffentlichen Diskurs bringen.” Das Motto von Knärzje lautet dementsprechend: „Anstoßen, um Großes anzustoßen.” 

Gründer Daniel Anthes (rechts) stößt mit seinem Team an. Bild: Knärzje

Die Idee dazu kam Anthes, als er vor ein paar Jahren mit Kumpels in London unterwegs war. Anthes, der sich schon seit über zehn Jahren ehrenamtlich im Bereich Lebensmittelverschwendung engagiert, wollte sich ein Wegbier holen und stieß dabei auf das Toast Ale von Tristram Stuart, ein Bier, das mit britischem Toastbrot gebraut wird. Zurück in Deutschland braute Anthes sofort die erste eigene Charge Brotbier, verkostete, passte an, braute noch eine zweite. Schmeckte ganz ordentlich. Auf dem folgenden Anstichevent kam das Bier aus Brot dann so gut an, dass Anthes mit seinem Mitgründer Ralf Wagner entschied, sein Hobby zum Beruf zu machen. Das Unternehmen Knärzje wurde Ende 2019 gegründet. Das Wort kommt übrigens aus dem Hessischen und bezeichnet das Endstück eines Brotleibs. 

Mit seinem Bier traf das Start-Up einen Nerv. Es gewann den “Most Sustainable German Brand Award” und war bald in den Märkten von Alnatura und auch Kaufland vertreten. Eine Zeitlang konnte man es sogar im Bord-Bistro der Deutschen Bahn bestellen. „Das war sehr, sehr aufregend”, sagt Anthes, „weil du wusstest, dass du auf einmal sehr viel Bier verkaufen kannst und eine große Außenwirkung hast.”


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Wie wird das Brotbier hergestellt? 

Brotbier ist an sich nichts Neues, das haben schon die alten Ägypter vor 5000 Jahren gemacht. Damals waren Lebensmittel knapp, es wurde auch noch der letzte Rest verwertet. An diese Tradition will Knärzje mit seinem Brotbier anknüpfen.

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