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Hey Alter
FLIP #23

Wie Hey Alter mit Deinem alten Laptop Schülern helfen will

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Was Dich hier erwartet:

Was ist das Problem?

Ohne eigenen Computer geht für Schüler:innen im Homeschooling nichts. Kinder, die gar keinen Zugang zu einem Rechner haben oder sich einen Laptop mit ihren Geschwistern oder Eltern teilen müssen, können in Zeiten der Pandemie nicht oder nur eingeschränkt am Unterricht teilnehmen. Für viele Kinder ist das Realität. Fast 30 Prozent der 12- bis 19-Jährigen haben laut einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds keinen eigenen Computer oder Laptop. Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen sind laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung besonders betroffen.

Gleichzeitig hat fast jeder vierte Mensch in Deutschland zwei oder mehr ungenutzte Geräte zu Hause rumliegen. Im Zweifel wird aus ihnen Elektroschrott.

1,7 Millionen

12- bis 19-Jährige haben in Deutschland keinen eigenen Computer

32 Millionen

lagen laut Digitalverband Bitkom 2019 in deutschen Haushalten herum

Was ist der Ansatz von Hey Alter?

Wie kann es sein, dass Schüler:innen keine Computer haben, während in Unternehmen und privaten Haushalten etliche ungenutzt herumliegen? Das fragten sich Inga Stang, Moritz Tetzlaff und Martin Bretschneider – nachdem die Schulen im März 2020 das erste Mal geschlossen wurden. Die drei Freunde aus Braunschweig wollten neben ihren Jobs etwas Sinnvolles tun. Die Frau von Moritz ist Lehrerin. So hörten sie von dem Problem. 

Kurz darauf riefen sie Hey Alter ins Leben. Der Ansatz: Unternehmen und Privatpersonen spenden Laptops, Computer und Tablets, die Ehrenamtlichen von Hey Alter reparieren sie und verteilen sie an Schulen. Das Ziel: Schnell und unbürokratisch Rechner an Kinder und Jugendliche verteilen, um einen gerechteren Schulalltag zu schaffen. “Gerade in Unternehmen stehen viele alte Geräte, die dort nicht mehr gebraucht werden, aber für Homeschooling komplett ausreichen würden”, sagt Inga Stang. Von einer Bank in Braunschweig hätte die Initiative mehrere hundert Rechner auf einmal bekommen. Ingesamt hat Hey Alter mittlerweile über 3500 Geräte an Schüler:innen verteilt.

Die Gründungsmitglieder des Vereins Hey Alter in Braunschweig, in der Mitte Inga Stang, Moritz Tetzlaff und Martin Bretschneider
Die Gründungsmitglieder des Vereins Hey Alter in Braunschweig, in der Mitte Inga Stang, Moritz Tetzlaff und Martin Bretschneider
Und funktioniert das auch?

Im April vergangenen Jahres, als viele noch dachten, dass die Schulen bald wieder öffnen würden, lieferte Hey Alter die ersten Rechner an Schüler:innen aus. Gegründet in Braunschweig, gibt es inzwischen 25 Hey Alter-Standorte mit ingesamt 150 bis 200 Helfer:innen in ganz Deutschland. Darunter sind zum Beispiel Hamburg, Dresden und Augsburg. Zum Teil sind die lokalen Gruppen als eigenständige Vereine organisiert.

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Und funktioniert das auch?

Im April vergangenen Jahres, als viele noch dachten, dass die Schulen bald wieder öffnen würden, lieferte Hey Alter die ersten Rechner an Schüler:innen aus. Gegründet in Braunschweig, gibt es inzwischen 25 Hey Alter-Standorte mit ingesamt 150 bis 200 Helfer:innen in ganz Deutschland. Darunter sind zum Beispiel Hamburg, Dresden und Augsburg. Zum Teil sind die lokalen Gruppen als eigenständige Vereine organisiert.

 

Flip-Autorin Luise Land hat ausführlich mit Hey Alter-Mitgründerin Inga Stang gesprochen. Die 31-Jährige arbeitet im Hauptberuf als Community-Managerin für einen Coworking-Space. Folgende Punkte waren uns besonders wichtig:

Hey Alter Mitbegründerin Inga Stang im Gespräch mit Flip-Autorin Luise Land

1. Welche Schüler:innen bekommen die Rechner?

Über die sozialen Medien ruft Hey Alter zu Spenden auf. Außerdem fragt die Initiative gezielt Unternehmen an. Die gespendete Rechner sollen noch einigermaßen funktionstüchtig sein. Sie werden dann meist von Ehrenamtlichen mit neuer Festplatte und neuem Arbeitsspeicher ausgestattet. Es werden ein leicht zu bedienendes Linux-Betriebssystem, ein Browser und Libre Office installiert. Auf die Familien kommen damit später keine Lizenzgebühren zu. 

Hey Alter Standorte
Hey Alter Standorte
Hey Alter Standorte
Martin Bretschneider und Moritz Tetzlaff verteilen Rechner an Schüler:innen in Braunschweig.
Martin Bretschneider und Moritz Tetzlaff verteilen Rechner an Schüler:innen in Braunschweig.

Parallel steht die Initiative mit Schulen in Kontakt. So erfährt sie, wie viele Rechner gebraucht werden. Der Bedarf sei allerdings viel größer als die Anzahl der Rechner, die gespendet werden, sagt Stang. Mittlerweile würden Lehrer:innen auch von sich aus auf Hey Alter zukommen. Im letzten Schritt werden die Rechner an die Schulen verteilt.

Je nachdem, wie funktionsfähig die Rechner noch sind, dauert es drei Wochen bis vier Monate bis diese bei den Schüler:innen ankommen. Jedes Kind, das einen Laptop oder Computer braucht, soll ein Gerät bekommen. Besonders wichtig ist Hey Alter, dass das Einkommen der Familien keine Rolle spielt. 

»Ob sich eine Familie mit sechs Kindern keine Geräte leisten kann oder ob die Eltern eines Kindes schlicht Anderes priorisieren: Kein Kind soll sich erklären müssen, warum es einen Laptop braucht.«

Inga Stang, Hey Alter

2. Ist Hey Alter nur in Zeiten der Pandemie relevant?

Nein, sagt Inga Stang. Denn die Probleme blieben auch nach der Pandemie. Wer keinen eigenen Rechner hat, erwerbe in der Regel weniger Digitalkompetenz, was eine Schlüsselqualifikation auf dem Arbeitsmarkt sei. 

»In Deutschland haben wir seit Jahren verpasst, im Bereich der digitalen Teilhabe eine gewisse Chancengleichheit zu schaffen. Die Konsequenzen davon sind durch Corona besonders deutlich geworden.«

Inga Stang, Hey Alter

Es geht Hey Alter nicht nur um die Hardware, sondern auch um den Umgang mit ihr und dem Internet. Bisher gibt es auf der Website von Hey Alter Tutorials, die die Programme erklären und wie man WLAN und Bluetooth einrichtet Den Schüler:innen darüber hinaus digitale Kompetenzen zu vermitteln, also beispielsweise einen kritischen Umgang mit Technologien, kann Hey Alter momentan nicht leisten. Nach der Pandemie aber möchte sich die Initiative noch mehr auf die digitale Bildung der Kinder konzentrieren. 

3. Und hilft das auch der Umwelt?

Ja, sagt Siddharth Prakash vom Öko-Institut. Denn der größte Anteil der Umweltauswirkungen der Rechner entfalle auf die Herstellung. Für die Umwelt sei es also immer besser, Laptops und Computer aufzubereiten und so lange wie möglich zu nutzen. 

Stang will den Umweltaspekt allerdings nicht überbetonen. “Die Wiederverwendung alter Rechner ist natürlich nachhaltig. Allerdings brauchen die meisten Geräte einen neuen Arbeitsspeicher und eine neue Festplatte. Das sind viele Ersatzteile, die wir neu dazu kaufen müssen. Deswegen wäre es aus unserer Sicht Greenwashing, wenn wir sagen würden, dass wir zu 100 Prozent nachhaltig sind.”

Everdrop - was sagen die Experten

Und was sagen die Experten?

Wido Geis-Thöne ist Senior Eonomist für Familienpolitik und Migrationsfragen am Institut der Deutschen Wirtschaft. Er hat sich im Rahmen einer Studie damit beschäftigt, wie sich der Zugang zu einem Rechner auf die Chancen von Schüler:innen in der Corona-Krise auswirkt. Er sagt: 

»Ein Zugang zu einem Laptop oder Computer ist eine deutliche Verbesserung, allerdings nicht die Lösung des Problems.«

Wido Geis-Thöne

Es sei davon auszugehen, dass Kinder und Jugendliche ohne Rechner in ihrer Kompetenzentwicklung deutlich schlechter abschneiden als andere Kinder. Wichtig seien aber auch die Schulung im Umgang mit Rechnern und die Vermittlung digitaler Kompetenzen. “Wie führe ich Kinder an einen sinnvollen Umgang mit digitalen Technologien heran? Wie recherchiere ich? Welche Gefahren birgt das Internet? Diese Fragen sollten im Mittelpunkt stehen”, so Geis-Thöne. 

Und der Umweltaspekt, den Hey Alter selbst gar nicht so in den Vordergrund stellen will?

»Jede Verlängerung der Lebens- und Nutzungsdauer eines Notebooks ist positiv für die Umwelt.«

Siddharth Prakash

Siddharth Prakash vom Öko-Institut sagt, 60 bis 70 Prozent der Treibhausgase eines Notebooks seien auf die Herstellung zurückzuführen. Auch die Aufrüstung alter Rechner mit neuem Arbeitsspeicher, Akku und neuer Festplatte, wie es Hey Alter tut, sei ökologischer als jede neue Produktion.

Wie kann ich helfen?

Wer einen Computer oder einen Laptop spenden möchte, kann diesen per Post verschicken oder bei einem Hey Alter-Standort abgeben. Um herauszufinden, wie das funktioniert, hat Flip-Autorin Luise einen ca. zehn Jahre alten Laptop und ein Tablet bei der Abgabestelle in Hamburg gespendet.

Flip-Autorin Luise hat einen alten Laptop beim Hey Alter Standort in Hamburg gespendet.
Flip-Autorin Luise hat einen alten Laptop beim Hey Alter Standort in Hamburg gespendet.

Außerdem kann man Hey Alter Räume für die Lagerung der Rechner zur Verfügung stellen oder bei seinem Arbeitgeber nach Spenden fragen. Und man kann sich in den Lokalgruppen engagieren. Die Aufgaben reichen vom Aufbereiten der Rechner über Social Media bis hin zur Kommunikation mit Unternehmen und Schulen. Die Kontakte zu den Lokalgruppen findet man auf der Website von Hey Alter.

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