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Vom Prototypen zum Crowdfunding

Das Experiment nähert sich dem Ende. Ein Prototyp konnte erfolgreich entwickelt werden, nun startet ein Crowdfunding.
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Lange haben wir daran getüftelt, jetzt ist es endlich so weit! In den letzten Wochen haben wir Euch ausführlich von unserem Sneaker-Experiment berichtet. Zusammen mit Monaco Ducks, dem kenianischen Start-up Africa Collect Textiles und der Hochschule Reutlingen haben wir einen Prototypen entwickelt, der das Müllproblem in Afrika im Kleinen angehen soll. Nun soll aus dem Experiment eine echte Impact-Unternehmung werden. Klar ist allerdings: Ohne Eure Unterstützung wird das nix. Deshalb startet heute ein Crowdfunding, bei dem Ihr die Schuhe bereits vorbestellen könnt. Mit Eurer Hilfe kann die Idee, mit ihnen zumindest einen kleinen Teil des Sneakermülls in Kenia aufzuräumen, Wirklichkeit werden! 

Worum geht‘s nochmal?

Am Ende der Sneakerjagd, unserer großen Sneaker-Recherche, stand eine ziemlich ernüchternde Erkenntnis: Echtes Recycling findet bislang kaum statt. Stattdessen landen viele abgetragene Schuhe in Afrika, wo sie auch auf illegalen Müllhalden oder in Flüssen die Umwelt verschmutzen. Für dieses Problem wollten wir einen Lösungsansatz entwickeln. Die Idee: Ein Sneaker, der der dazu beiträgt, den Textilmüll in Afrika aufzuräumen. Er soll Marabu heißen, benannt nach den hüfthohen, gespenstischen Vögeln, die in Kenia oft auf den Müllkippen leben. Für den Prototypen haben wir mit unserem Partner vor Ort nicht mehr nutzbare Schuhe in Kenia gesammelt. Diese wurden zu einem Granulat geschreddert und in neuen Sohlen verarbeitet. Dadurch sollen alte Sneaker am Ende ihres Lebenszyklus nicht in der Umwelt oder auf illegalen Mülldeponien landen, sondern zum Ausgangsmaterial eines neuen Recycling-Sneakers werden. Er soll auch ein Zeichen setzen: Wir holen Müll zurück – und verlagern gleichzeitig ein Teil der Wertschöpfung des Sneakers nach Afrika.

Nach den Marabus, die man oft auf den Müllkippen in Kenia sieht, sind die Sneaker benannt. Foto: L. Jeric

Und wie nachhaltig ist der Sneaker?

Der perfekte Sneaker müsste, da sind sich fast alle Expert:innen einig, den Kriterien einer Kreislaufwirtschaft entsprechen. Das heißt: Er müsste aus recycelten Materialien bestehen, sich wieder recyceln lassen oder sich schlicht in der Umwelt auflösen. Der perfekte nachhaltige Sneaker würden also keinen Müll erzeugen. Das Problem: Diesen Sneaker gibt es nicht. Stattdessen landet immer mehr Sneaker-Müll aus Europa in Afrika.

Der Marabu soll auf das Müll-Problem in Afrika aufmerksam machen und im Kleinen dazu beitragen, es zu bekämpfen. Zudem soll er so kreislauffähig wie möglich sein. Deshalb besteht er aus Komponenten, die zum großen Teil recycelt wurden. Und deshalb haben wir bei seiner Konzeption darauf geachtet, dass die Komponenten so weit wie möglich auch wieder aufbereitet werden können. Auch der Marabu ist aber weit davon entfernt, perfekt zu sein. Auch er hat Auswirkungen auf die Umwelt. Und diese wollen wir natürlich kennen.

Flip-Mitgründer Dominik mit unserem Partner in Nairobi, Alex Musembi. Foto: L. Jeric

Im ersten Schritt haben wir dazu beim Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg

eine CO2-Analyse unseres Sneakers beauftragt. Das vorläufige Ergebnis: Der Marabu-Sneaker verursacht in jedem Fall weniger CO2-Äquivalente als ein herkömmlicher Sneaker (noch sind nicht alle Daten ausgewertet, in einem “mittleren Szenario” liegt der Marabu-Sneaker bei rund der Hälfte an CO2-Äquivalenten). Noch genauer kann man die Umweltauswirkungen mit einer Lebenszyklusanalyse bestimmen. Auch diese haben wir beauftragt. Bisher gibt es ja aber “nur” einen Prototypen. Wenn daraus nun mehr wird, können wir Daten und Prozesse für eine Analyse noch genauer erfassen.

Auf Basis der bisherigen Analysen und Erkenntnisse, der unzähligen Gespräche mit Wissenschaftler:innen, Branchenvertreter:innen sowie Aktivist:innen und Betroffenen in Kenia, sind wir überzeugt, dass der Marabu nicht bloß ein Experiment bleiben sollte.

Warum jetzt das Crowdfunding?

Damit aus dem Prototypen ein langfristiges Projekt mit Impact in Kenia werden kann, braucht es Eure Unterstützung. Perspektivisch sollen noch größere Teile der Wertschöpfung nach Afrika verlagert werden. Damit es sich für die Menschen in Kenia aber lohnt, die nötigen Strukturen aufzubauen, Maschinen umzubauen und so weiter, braucht es eine gewisse Zahl an Unterstützer:innen, die von Anfang an dabei sind und das Projekt ermöglichen.

Wie kann ich das Crowdfunding unterstützen?

Indem Du hier auf den Link klickst! Den Marabu-Sneaker gibt es in Weiß, Mintgrün und Blau. Der Crowdfunding-Preis liegt bei 129 Euro. Er ist so kalkuliert, dass wir keine Abstriche bei der Nachhaltigkeit machen müssen – und es sich gerade noch so rechnet. Die ersten 100 Unterstützer:innen bekommen die Sneaker zu einem Preis von 99 Euro. Auch wer keine Sneaker haben möchte, kann das Projekt mit einem kleinen Betrag unterstützen. 

Den Sneaker gibt es in Weiß, Mint und Blau.

Und wie geht es dann weiter?

Für die Flip-Redaktion war es ein unglaublich spannendes und lehrreiches Experiment, die Entwicklung des Prototypen zu begleiten. Nun ist es an der Zeit, loszulassen. Um klare Verhältnisse zu schaffen, hat Flip zusammen mit Monaco Ducks eine eigene Firma gegründet, GRND. Sie ist nun für das Crowdfunding verantwortlich (und alles, was danach noch kommen mag). Die Flip-Redaktion zieht sich aus dem Projekt zurück – und kümmert sich wieder um Recherchen. Wie auch große Medienunternehmen wollen wir nicht-journalistische Projekte klar von der Redaktion trennen, um die unabhängige Berichterstattung nicht zu gefährden. 

Disclaimer

Für das Crowdfunding des Marabu-Sneakers und dessen weitere Realisierung hat FLIP gemeinsam mit dem Münchner Sneakerhersteller MONACO DUCKS die Firma GRND gegründet, an der beide Partner zu 50 Prozent beteiligt sind.

Was ist ein Flip?

Flips nennen wir Ideen, die zu einer besseren Wirtschaft beitragen können. Wir stellen sie vor, recherchieren und sprechen mit unabhängigen Experten. Ihr entscheidet: Ist die Idee wirklich ein Flip oder doch ein Flop?

Was ist eine Learning Journey?

Unsere besonders aufwendigen Produktionen bezeichnen wir als Learning Journey. Diese Projekte sollen ein drängendes Problem ganz grundsätzlich aufrollen, um am Ende besser zu verstehen, wie Lösungen aussehen könnten. Dazu recherchieren wir investigativ, arbeiten mit reichweitenstarken Medienpartnern zusammen und veröffentlichen seriell und crossmedial auf vielen Kanälen. Das Ziel: Gemeinsam die Welt verstehen, um sie zu verbessern.